360° Presence
Tue 24. Sep 2002 - Thu 14. Nov 2002
Press Release
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On the 28th of September the exhibition 360° Presence by Jeppe Hein is opening at Johann König, Berlin. In his interactive installations the Berlin-based Danish artist points at the relation between the viewer and the exhibition space, between physical experience, movement and spatial presence. The viewer is a constitutive part of the artwork. Without the viewer Jeppe Hein’s Moving Benches, which at first sight appear to be simple museum benches, wouldn’t move. Only when sat on, the motor hidden inside starts and they slowly cross the exhibition space.
In the same way the work Jeppe Hein is showing at Johann König depends on the active participation of the viewer. 360° Presence is a 70 cm diameter ball made of steel, which starts moving as soon as someone is entering the gallery space and only stops when the gallery is empty. As long as the movement sensors detect a physical presence in the exhibition room, the ball is continuously moving. The gallery visitor has no chance to stop it or to control the direction the ball takes. It knocks the gallery walls, clashes with the radiators and collides with the room’s edges and thereby will, if not destroy, aggressively mark the white cube.
As in all of Jeppe Hein`s artwork, the main issue is not the ball itself, nor its optical appearance, but the viewer’s physical experience of spatial transformation and the disturbance of the usual function and relation of viewer, artwork and exhibition space. The recipient’s conventions of perception are literally “rolled over“ and the 70ties science-fiction movie Rollerball* comes to mind, in which a future society finds its regulative in a “Brot und Spiele“ scenario, in which their sports heroes are urged across the arena by an over dimensioned metal ball.
*Norman Jewison, Rollerball (1975)
Pressetext
Zum Artforum 2002 eröffnet Johann König, Berlin die Ausstellung 360° Presence von Jeppe Hein. Der in Berlin lebende Däne thematisiert mit seinen interaktiven Installationen das Verhältnis zwischen Betrachter und Ausstellungsraum, zwischen körperlicher Erfahrung, Bewegungsabläufen und räumlicher Präsenz. Der Betrachter ist dabei von entscheidender Bedeutung, seine aktive Partizipation integraler Bestandteil der Arbeiten. Ohne ihn würden sich Jeppe Heins Moving Benches, die auf den ersten Blick als gewöhnliche, schlichte Museums-bänke erscheinen, nicht bewegen. Erst durch das Gewicht einer Person, die sich auf einer der Bänke niederlässt, die Hein zuletzt im Museum Ludwig präsentierte, setzt sich der im Inneren verborgene Motor in Bewegung und sie durchqueren den Museumsraum.
Ebenso abhängig von der Gegenwart und aktiven Teilnahme der Galeriebesucher ist 360° Presence – eine Stahlkugel von 70 cm Durchmesser, die durch einen Bewegungsmelder in Gang gesetzt wird, sobald eine Person den Ausstellungsraum betritt. Wird der Raum wieder verlassen, kommt die Kugel zum Stillstand. Solange jedoch körperliche Präsenz sensorisch im Raum erfasst wird, antwortet 360° Presence mit Bewegung und rollt kontinuierlich durch den Galerieraum, wobei die Richtung, die die Kugel einnimmt, für den Betrachter nicht steuerbar ist. Sie stößt an die Wände der Galerie, fährt an Heizungsabdeckungen, kollidiert mit Raumkanten und hinterlässt auf diese Weise Markierungen im Inneren des white cube, der dadurch langsam aber sicher - wenn nicht zerstört - so aber doch empfindlich angeschlagen wird.
Wie bei allen Arbeiten Heins geht es auch hier weniger um das Objekt selbst oder dessen optische Erscheinung, sondern vielmehr um die körperliche Erfahrung räumlicher Veränderungen auf Seiten des Betrachters und eine Störung der gewohnten Funktion und Beziehung zwischen Betrachter, Kunstwerk und Ausstellungsraum. Buchstäblich werden hier die Wahrnehmungskonventionen des Rezipienten überrollt und man fühlt sich an den 70er Jahre Science-Fiction-Streifen Rollerball* erinnert, in dem eine zukünftige Gesellschaft ihr Regulativ in einem Brot und Spiele ähnlichen Szenario findet, bei dem ihre sportlichen Helden auf Rollschuhen von einer überdimensionalen Kugel durch das Arenenrund getrieben werden.
* Norman Jewison, Rollerball (1975)
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